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Ernährung bei Krebs: Mukositis

Ursachen und Entstehung

Unter einer Mukositis versteht man eine Entzündung der Mundschleimhaut, bei der auch die Schleimhäute des Rachenraumes und/oder der Speiseröhre betroffen sind. Sie geht einher mit einer verminderten Speichelproduktion und einem Austrocknen der Mundschleimhäute. Die Ursachen für die Entstehung einer Mukositis können u.a. sein:
  • Ein schlechter Allgemein- und Ernährungszustand
  • Dehydratation durch verminderte Flüssigkeitszufuhr
  • Bestrahlung
  • Chemotherapie
  • Immunsuppression
Eine Tumortherapie bedeutet nicht immer auch eine Entstehung einer Mukositis. Eine Vielzahl von Patienten leidet nicht darunter. Das Risiko für die Entstehung einer Mukositis und deren Ausprägung hängen bei Chemotherapien v.a. von der Art und Dosis der Therapie ab. Bei Strahlentherapien sind das Bestrahlungsfeld, die Art und der Gesamtdosis der Bestrahlung ausschlaggebend. Für die Entwicklung einer Mukositis entscheidend sind außerdem der Zustand der Mundhöhle vor einer Krebstherapie, die Lebensgewohnheiten des Einzelnen und die Art der Mundpflege.

Die Symptome der Mukositis reichen je nach Schweregrad von einer einfachen Rötung, einer Schwellung und einem Wundgefühl über zunächst kleinere und schließlich größere Flecken bzw. Geschwüre (Ulzerationen) auf der Mundschleimhaut bis hin zu blutenden Ulzerationen. Die Aufnahme von Essen und Getränken ist schließlich nicht mehr möglich. Auch Sprechen und evtl. Schlafen können beeinträchtigt sein. Begleitet ist die Mukositis immer von Schmerzen. Sekundär kann es zu Dysfunktionen der Speicheldrüse, Neurotoxizität, einer Überempfindlichkeit der Zähne und Superinfektionen durch Viren oder Pilze kommen. Besonders problematisch ist die Mukositis auch im Hinblick auf einen erschwerten Heilungsprozeß, eine zusätzliche Schwächung der Patienten durch die Infektionen und die dadurhc bedingte Gefährdung der geplanten Durchführung der Krebstherapie. Eine Mukositis führt stets zu einer Einschränkung der Lebensqualität.

Behandlung

Bei Krebspatienten sollte grundsätzlich eine Mukositis-Prophylaxe vorgenommen werden. Die Maßnahmen hierzu umfassen:
  • Regelmäßige Mundpflege mit weicher Zahnbürste und Mundspülungen (z.B. Wasser mit Kamille)
  • Ggf. professionelle Reinigung der Zähne durch den Arzt vor beginn der Therapie
  • Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
  • Eiswürfel vor, während und nach einer Krebstherapie lutschen
  • Während der Therapie keine Prothesen tragen
  • Während der Therapie auf Zahnseide verzichten wegen der möglichen Verletzung des Zahnfleisches
Die Ernährung spielt eine bedeutende Rolle bei der Entstehung und beim Fortschreiten einer Mukositis. Tipps und Ratschläge für eine adäquate Auswahl und Zubereitung der Nahrung sind:
  • Auf ausgewogene und eiweißreiche Ernährung achten
  • Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (mind. 1,5-2 l pro Tag) und Mundschleimhaut inkl. Zunge feucht halten
  • Glatte, zuckerfreie Bonbons zur Anregung der Speichelproduktion lutschen oder Kaugummi kauen
  • Verzicht auf Alkohol- und Tabakkonsum
  • Verzicht auf zu heiße, zu kalte, scharfe, saure, harte, knusprige Speisen
  • Besonders bei Kau-, Schluckbeschwerden oder Schmerzen flüssige, weiche und pürierte Kost verzehren
Zur Behandlung der Mukositis werden außerdem folgende Maßnahmen durchgeführt:
  • Medikamentöse Schmerzbehandlung vor den Mahlzeiten
  • Spülungen mit Salbei, Kamille oder Teebaumöl vor und nach den Mahlzeiten
  • Verzicht auf säurehaltige Lebensmittel bei Wunden im Mund
  • Ggf. enterale oder parenterale Ernährung


Aktualisiert am: 11.03.08 - 11:37



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