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Prostatakrebs - Ursache und Risikofaktoren

Faktoren wie Alter und Lebensweise spielen beim Prostatakrebs möglicherweise eine Rolle.
Die Ursachen von Prostatakrebs sind bisher noch weitgehend unbekannt. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das Risiko einer Prostatakrebserkrankung erhöhen. Als wichtigste Faktoren gelten Alter und die genetische Veranlagung. Außerdem spielen Umwelteinflüsse, zum Beispiel Ernährung, Lebens- und möglicherweise auch Arbeitsbedingungen eine Rolle.

Eine Erkrankung an Prostatakrebs ist bei Männern afrikanischen Ursprungs häufiger als bei Weißen oder Asiaten. In Europa und Nordamerika ist die Erkrankung relativ häufig, in Ostasien (China und Japan) dagegen eher selten. Einiges spricht dafür, dass Unterschiede in der Ernährung und Lebensführung dabei eine Rolle spielen. Aber auch genetische Unterschiede sind denkbar.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass etwa 30 Prozent der Männer über 50 Jahre, gleich welcher Rasse und Kultur, ein so genanntes stummes (latentes) Prostatakarzinom haben, kleine Krebszellanhäufungen, die zu Lebzeiten keinerlei Beschwerden verursachen und auch nicht gesundheitsgefährdend sind. Nur bei einem Teil der Männer beginnt diese „schlafende“ Form des Krebses irgendwann schneller zu wachsen und führt zur bedrohlichen Erkrankung. Untersuchungen haben gezeigt, dass zumindest einige Einflüsse, die aus einem symptomlosen Prostatakrebs eine tödliche Krankheit machen, umweltbedingt sind.

Folgende Faktoren können das Prostatakrebsrisiko erhöhen:

Risikofaktor: Alter
Das Alter spielt bei Prostatakrebs die wichtigste Rolle Über 80 Prozent aller Männer, bei denen ein Prostatakarzinom diagnostiziert wird, sind älter als 60 Jahre. Die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt zwischen dem 50. und 85. Lebensjahr bis auf das 40-fache an.

Risikofaktor: Genetische Veranlagung
Prostatakrebs ist zumindest teilweise auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen. Die Veranlagung kann innerhalb von Familien vererbt werden. So hat ein Mann, dessen Vater oder Bruder Prostatakrebs haben, ein zweifach höheres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, als die übrige männliche Bevölkerung (mit einem Risiko von etwa 13 Prozent). Sind weitere Verwandte betroffen (Bruder, Großvater, Onkel), kann das Erkrankungsrisiko auf bis zu 50 Prozent steigen. Es besteht auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, Prostatakrebs in einem frühen Lebensalter zu bekommen. Der Anteil der genetisch bedingten Prostatakrebserkrankungen wird auf 5 bis 10 Prozent geschätzt.

Risikofaktor Hormone
Hormone sind ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung der Krankheit, obwohl ihre genaue Rolle nicht ganz klar ist. Man weiß jedoch inzwischen, dass ohne das männliche Geschlechtshormon Testosteron, das vor allem in den Hoden produziert wird, kein Prostatakrebs entstehen kann. Testosteron ist für die Funktion der Prostata notwendig. Es fördert aber auch das Wachstum von Prostatakrebszellen: So erkranken Männer, die in jungen Jahren – vor oder unmittelbar nach der Pubertät – einen Hodenverlust erlitten haben, extrem selten an Prostatakrebs.
Derzeit wird wissenschaftlich untersucht, ob erhöhte Spiegel des Gewebshormons namens IGF-1 (ein dem Insulin ähnlicher Wachstumsfaktor) möglicherweise die Entstehung von Prostatakrebs fördern. Die Daten dazu sind jedoch noch recht widersprüchlich. Deshalb müssen weitere Forschungsergebnisse abgewartet werden, bevor tatsächlich klare Aussagen zur Rolle von IGF-1 gemacht werden können.


Risikofaktor: Unzureichende Vitamin D-Versorgung
Untersuchungen haben gezeigt, dass möglicherweise auch der Vitamin D-Spiegel im Körper eine Rolle bei der Entwicklung von Prostatakrebs spielt. Vitamin D ist ein Hormon, das für seine Krebs eindämmenden Eigenschaften bekannt ist. Seine Bildung im Körper hängt wesentlich von der Einwirkung ultravioletter Sonnenstrahlung ab. Ein weiterer Teil wird über die Nahrung aufgenommen. Tatsächlich hat sich gezeigt, dass an Orten mit hoher Sonneneinstrahlung die Zahl an Prostatakrebsfällen geringer ist als an Orten mit niedriger Sonnenstrahlung. Weitere Untersuchungen sind allerdings notwendig, um diese Theorie zu bestätigen.


Weitere Risikofaktoren
Eine Reihe weiterer Faktoren ist als mögliches Risiko für Prostatakrebs in Betracht gezogen und untersucht worden, so zum Beispiel das Sexualverhalten, Viren, soziale und ökonomische Parameter und sogar die gutartige Prostatavergrößerung. Es wurden jedoch keine stichhaltigen Beweise für eine Beziehung zwischen diesen Faktoren und der Erkrankung gefunden. Auch die Sterilisation, also die Durchtrennung der Samenstränge (Vasektomie), stellt nach neuesten Erkenntnissen keinen Risikofaktor dar.
Was die Ernährung sowie ein berufsassoziiertes Risiko anbelangt – beides viel diskutiert – gibt es bislang keine übereinstimmenden Ansichten seitens der Experten. Die vorliegenden Daten aus wissenschaftlichen Untersuchungen sind so komplex und auch widersprüchlich, dass daraus keine Folgerungen hinsichtlich des Risikos für Prostatakrebs gezogen werden können.

 
(red)



Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Urologie (Hrsg.): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms, http://www.urologenportal.de/index.php?id=113&frame=awmf, Stand August 2009
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Prof. Dr. Kurt Miller
Klinik für Urologie,
Charité - Universitätsmedizin Berlin


Aktualisiert am: 04.05.11 - 12:31



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